Gerade erst hat „BILD“ Sido und sein wortgewaltiges Werk mit einer mehrtägigen Serie gewürdigt. Und auch als „Popstars“-Juror nimmt der Berliner Rapper nun kein Blatt vor den Mund. Mit ProSieben Online sprach Sido über Street Credibility, dem Traum vom Popstar-Dasein und darüber, was er von Dieter Bohlens „DSDS“-Sprüchen hält
Sido: Ja, das ist schon krass. Aber irgendwie ist das für mich mittlerweile dennoch nichts Besonderes mehr. Dieser ganze Business-Kram geht mir wirklich am Arsch vorbei und letztlich war auch die „BILD“-Geschichte nichts anderes als ein ganz normales Interview mit einem Foto-Shooting, und fertig! Und dann steht eben drei Tage lang etwas in der Zeitung über mich.
Keine falsche Bescheidenheit, eine „BILD“-Serie bekommt nur derjenige, der Volkes Gemüt bewegt...
Na ja, kann schon sein. Die Aktion hat sicher beiden Seiten etwas gebracht und vielleicht kann sich der ein oder andere jetzt auch ein besseres Bild von mir machen. Letztlich war es eine reine Business-Geschichte und ich denke ganz sicher nicht, dass „BILD“ jetzt mein bester Freund ist.
Hattest Du keine Bedenken, dass Dir Deine Fans die Street Credibility absprechen könnten?
Street Credibility und so ein Scheiß’ interessiert mich ehrlich gesagt überhaupt nicht. Würde ich darauf Wert legen, dann hätte ich auch vorher schon das ein oder andere Ding nicht machen dürfen, wie etwa mich in einem Video als Frau zu verkleiden. Sollte ich überhaupt jemals so etwas wie Street Credibility besessen haben, dann ist die ohnehin längst weg. Und mir ist es auch egal!
Immerhin hat Deine Musik-Karriere auf der Strasse mit "learning by doing" begonnen, was hältst Du also davon, wenn junge Frauen versuchen ihren Traum vom Popstar-Dasein über ein Casting zu verwirklichen?
Ich denke, das ist grundsätzlich eine sehr gute Sache! Denn die Mädels lernen in recht kurzer Zeit doch eine ganze Menge. Wie oder wo kann man es sonst in gerade einmal ein paar Monaten in eine berühmte Popband schaffen?! Das ist krass und ich kann garantieren, dass diejenigen, die bis zum Ende dabei sein werden und unter die letzten Zehn kommen, auch richtig gut sind. Die ersten Schritte zu einer erfolgreichen Popstar-Karriere sind dann auf jeden Fall getan!
Vielen scheint es tatsächlich in erster Linie darum zu gehen, als Popstar berühmt zu werden; wie war das bei Dir?
Wäre es nach mir gegangen, dann hätte ich vor meiner Rapper-Karriere durchaus auch in einer Boy Group landen können. Ging aber nicht, weil ich nicht singen kann.
Sido als Backstreet Boy?
Ganz ehrlich, mir ging es anfangs in erster Linie darum, Anerkennung und eine hübsche Freundin und nicht immer nur die Dicken mit der Zahnspange abzubekommen. Das hat sich im Laufe der Jahre dann geändert und heute geht es mir um meine Kunst. Aber am Anfang, da wollte ich nichts anderes sein, als der Bad Boy bei den Backstreet Boys.
Hattest Du jemanden, der Dich in Deinen Traum unterstützt hat?
Keiner hat wirklich an mich geglaubt, nur meine Mutter. Zumindest hat sie mir immer das Gefühl vermittelt, dass sie an mich glaubt. Man muss sich das mal vorstellen: Ich war ein Junge ohne echten Schulabschluss, ohne Ausbildung und habe meiner Mutter immer erzählt „Mama, aus mir wird mal etwas, ich werde ein Star!“ Vielleicht hat sie gezweifelt, aber sie hat mich immer unterstützt und nie versucht mir diesen Traum auszureden. Und das hat mir sehr geholfen.
Siehst Du Dich heute selbst überhaupt als Pop-Star?
Ich denke schon, dass ich heute da bin, wo die Mädels, die sich bei „Popstars“ bewerben, gerne hin wollen. Ja, ich glaube schon, dass man sagen kann, dass ich ein Star bin. Mein Traum ist wahr geworden!
Jetzt, in der „Popstars“-Jury, wirst Du viele Träume anderer wie Seifenblasen zerplatzen lassen...
Klar, aber jede, die mitmacht, kennt die Regeln. Und am Ende können es eben nur vier schaffen.
Kein Mitleid?
Sagen wir so: Es tut mir nicht leid, wenn ich einer sagen muss, dass es eben nicht reicht. Jedes Mädel weiß, worauf es sich einlässt, und muss dann auch mit den Konsequenzen leben können.
Bildest Du mit Deinem Image als harter Bursche in der Jury den Gegenpol zur sanfteren Loona und ist das so ein wenig eure Rolle, „guter Cop, böser Cop“?
Ich denke schon, dass man einen Gegenpol zu mir und meiner Berliner Schnauze gesucht hat. Ich bin der, der den Mädels eiskalt sagt, was mich an ihnen stört, während Loona meist einen diplomatischeren Weg wählt, jemandem beizubringen, warum es am Ende eben nicht gereicht hat.
_________________ Die Dunkelheit ist wenigstens echt, das Licht scheint nur so!
[quote="Norena"]"Ich bin der ehrlichere Bohlen"
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Keiner hat wirklich an mich geglaubt, nur meine Mutter. Zumindest hat sie mir immer das Gefühl vermittelt, dass sie an mich glaubt. Man muss sich das mal vorstellen: Ich war ein Junge ohne echten Schulabschluss, ohne Ausbildung und habe meiner Mutter immer erzählt „Mama, aus mir wird mal etwas, ich werde ein Star!“ Vielleicht hat sie gezweifelt, aber sie hat mich immer unterstützt und nie versucht mir diesen Traum auszureden. Und das hat mir sehr geholfen.
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Nobody loves me but my mother
and she could be jivin' too.
(B.B. King)
Für die siebte Staffel von "Popstars" hat sich ProSieben neben Choreograf Detlef D! Soost und Popsternchen Loona die Dienste von Rapper Sido gesichert.
Wenn "Popstars", die Castingshow auf ProSieben, in die siebte Runde geht, sitzt an der Seite von Choreograf Detlef D! Soost und der derzeit mäßig erfolgreichen Dance-Sängerin Loona der Berliner Rapper Sido in der Jury. Doch zumindest dem Deutschen Kinderschutzbund stößt die Nominierung des Maskenmannes sauer auf.
Alexandra Klauck vom bayrischen Landesverband kritisierte den Rapper in der Bild-Zeitung: "Sidos Songtexte beinhalten gewalt- und drogenverherrlichende Äußerungen, sind auch frauenfeindlich. Damit ist er kein positives Vorbild für Kinder und Jugendliche. Da bei 'Popstars' gerade diese Zielgruppe mehrheitlich zum Publikum zählt, können wir diese Aktion der Sendung nicht befürworten."
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Beim Gucken der heutigen Castingshow in Rust( einen Ort mit dem Namen gibt's übrigens auch hier in Ö am Neusiedler See) war ich von Sido sehr überrascht: der ist sowas von "mau" und "normal" Da war man schon eingestellt auf die ärgsten Aussagen und Zoffs und jetzt: GAR NIX-bis jetzt! Da ist ja der Didda noch viel ärger!
Beim Gucken der heutigen Castingshow in Rust( einen Ort mit dem Namen gibt's übrigens auch hier in Ö am Neusiedler See) war ich von Sido sehr überrascht: der ist sowas von "mau" und "normal" Da war man schon eingestellt auf die ärgsten Aussagen und Zoffs und jetzt: GAR NIX-bis jetzt! Da ist ja der Didda noch viel ärger!
Sido ist ja auch gar kein richtiger Rüpel. Gestern habe ich das oben verlinkte N24-Interview gesehen, was mich dann teilweise doch etwas nachdenklich gestimmt hat. So ging es auch dem Gutmenschen, der Sido interviewte.
Ich verstehe ja, dass bei Sido die Kulturpessimisten aufschreien. Seine "Botschaft" als öhm… Künstler(?) ist ja auch tatsächlich mehr als fragwürdig. Aber er beschreibt nur seine Erfahrungen mit dem Aufwachsen in Plattenbau-Ghettos, Gewalt und Drogen, und er hebt dabei vor allem auch die negativen Seiten hervor um zu zeigen, dass das alles nicht wirklich erstrebenswert ist, ohne dabei den Zeigefinger zu erheben. So Sidos ungefähre Worte. Wie jetzt in dieses Erklärungsmodell ein "Arschficksong" reinpasst, verschließt sich mir aber weiterhin. Und ich glaube auch, dass gerade sehr junge oder sehr einfach gestrickte Fans nicht allzu tief hinterfragen, sondern eher dazu tendieren, ihrem Idol nachzueifern.
Bei Schauspielern weiß man intuitiv, dass der Bösewicht im Film als Realperson gar nicht so böse ist. Gerade deshalb sehe ich es inzwischen recht positiv, wenn Sidos Fans jetzt miterleben können, dass die Person Paul Würdig eigentlich auch nur ein stinknormaler Typ ist, der nicht jeden "blutig fickt". Auch die Gutmenschenfraktion kann daher meines Erachtens in diesem speziellen Fall ihr Gejammer vorerst einstellen. Beide Pole können hier glaube ich einiges dazulernen.
Gerade deshalb sehe ich es inzwischen recht positiv, wenn Sidos Fans jetzt miterleben können, dass die Person Paul Würdig eigentlich auch nur ein stinknormaler Typ ist, der nicht jeden "blutig fickt". Auch die Gutmenschenfraktion kann daher meines Erachtens in diesem speziellen Fall ihr Gejammer vorerst einstellen. Beide Pole können hier glaube ich einiges dazulernen.
Ich hab's ja nicht so negativ gemeint, wie sich's vielleicht angehört hat. Ich bin auch der Meinung, dass es gut ist, dass die Sido-Fans ihr Idol so sehen, wie er (scheinbar) ist: ein Typ wie "du und ich", der aus seiner Vergangenheit "etwas erzählen kann". Über den Stil "wie" läst sich ja streiten.
Oops, bist du auch Kulturpessimist, Arie? 'Tschuldigung, mein Beitrag war aus dem Kontext gerissen. Du warst doch gar nicht gemeint mit meiner Gutmenschenkritik, sondern z.B. die hier. Ich dachte, ich hätte das in diesem Thread schon verlinkt, aber es war in einem anderen.
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